Ich habe schon viele Taschenbücher zerlegt und als gebundene Ausgaben umgestaltet. Dabei habe ich schon seit Jahren diese Idee im Kopf: Es muss doch möglich sein das Originalcover bei einem Rebind zu verwenden. Mir gefallen gebundene Ausgaben einfach besser als Taschenbücher. Ich finde diese sowohl beim Lesen angenehmer, als auch, dass das Hinstellen im Regal schöner aussieht.
Buchauswahl fürs Rebind
Ich war mir unsicher, ob das Upcycling-Cover beim ersten Versuch gelingt. Deswegen habe ich zunächst einmal mit einem Buch aus meinem Regal gestartet, das ich sehr mochte, aber ziemlich günstig gebraucht gekauft habe: A Place To Love von Lilly Lucas. Im Endeffekt bin ich aber doch sehr froh, dieses Rebind mit Originalcover nun in meinem Regal stehen zu haben. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn es als missglücktes Projekt im Mülleimer gelandet wäre.
Vorbereitung vom Buchblock
In einem ersten Schritt habe ich den Buchrücken mit meinem Stapelschneider entfernt. Die Klebebindung habe ich dabei ebenfalls entfernt, sodass ich anschließend die Vorderseite und Rückseite des Covers einfach abnehmen konnte. Dem restlichen Buchblock – der nun ja aus losen Blättern bestand – habe ich dann eine neue Klebebindung verpasst.
Anschließend habe ich mich wieder an mein übliches Vorgehen beim neu binden gehalten: Vorsatzpapier, Farbschnitt, Verstärkung, Lesezeichen- und Kapitalband. Wenn du zu einem dieser Schritte mehr Infos möchtest, dann schau dir gerne diesen Blogbeitrag zu meinem Rebind-Prozess an.

Das Cover – Upcycling vom Original
Und dann ging es los mit meiner Idee für das Upcycling-Cover. Ich habe mir wie immer meine Graupappe und Karton zugeschnitten. Zusätzlich habe ich mir einen Karton rausgesucht, der minimal dicker ist als das Originalcover. Aus diesem habe ich 3mm breite Streifen zurechtgeschnitten. Mit den Streifen habe ich eine Art Rahmen auf die Graupappe für Vorder- und Rückseite geklebt.
Danach konnte ich mein Cover zusammenhängen und mit dem Covermaterial beziehen. Bei diesem Projekt habe ich mich für weißes, relativ glattes Efalin-Papier entschieden, da sich dieses gut bemalen lässt. In die Rahmen habe ich dann das zerschnittene Originalcover eingesetzt. Dafür habe ich diese zunächst aufgelegt, dann mit einem Prägestift markiert wo der Rahmen ist und anschließend entsprechend der Markierungen zugeschnitten.



Wie man von meinen Farbschnitten wissen könnte, bin ich ein riesiger Fan von Cover-Matches. Also habe ich mich im nächsten Schritt mit viel Freude daran gemacht die Ränder mit Acrylfarbe an das Cover anzupassen. Der leicht gemusterte Hintergrund hat sich dabei leider als schwieriger zu treffen herausgestellt als ich erwartet hatte und deswegen ziemlich lange gebraucht. Die Details hingegen waren dann vergleichsweise schnell ergänzt.
Der Buchrücken vom Originalcover hatte so viele Leserillen (nicht von mir, gebraucht gekauftes Buch!), dass ich diesen nicht ins neue Cover integrieren wollte. Also habe ich den Titel und die Autorin drauffoliert. Anschließend habe ich noch den Buchblock eingehängt und das fertige Buch gepresst.



Schwierigkeiten bei diesem Rebind
Bei diesem Projekt lief nicht alles glatt und ich musste einige Stolpersteine überwinden. Diese hingen aber gar nicht mit der Idee eines Rebinds mit Orginalcover zusammen. Insbesondere der ursprünglich angedachte marmorierte Farbschnitt wollte nicht klappen. Also habe ich ihn kurzerhand durch einen einfarbigen Farbschnitt ersetzt. Dieser war dann aber gar nicht so einfach, da das Buch einige Illustrationen bis zum Rand besitzt und sich damit in einigen Bereichen des Buchschnitts eine Barcode-Optik ergeben hat. Und den ursprünglich folierten Text auf dem Buchrücken habe ich wegen zu wenig Kontrast mit Acrylfarbe übermalt. Außerdem war bei mir privat einiges los und im Endeffekt habe ich mehr als ein Jahr an diesem Rebind gearbeitet. Aber tatsächlich mag ich solche privaten Projekte ohne Zeitdruck sehr. Manchmal wird ein Buch durchs Rumliegen und drüber nachdenken deutlich besser, als wenn es schnell fertig werden muss.
Und jetzt?
Wenn du den Entstehungsprozess von diesem besonderen Rebind mit Originalcover noch als Video-Zusammenschnitt sehen möchtest, dann schau gerne in den nächsten Wochen auf meinem Instagram-Account vorbei. Mir fehlt momentan die Zeit für Social Media, sodass es dort nur noch gelegentlich Updates gibt, aber zu diesem Rebind, werde ich auf jeden Fall noch etwas zeigen.
Und falls du ebenfalls ein Taschenbuch im Regal hast, das du lieber als gebundene Ausgabe hättest, dann schreib mir gerne für eine Auftragsarbeit. Ein solches Rebind kann ich bei einem einfach zu ergänzenden Cover und ohne Farbschnitt (denn den haben viele Bücher ja schon) bereits ab 100€ umsetzen. Für ein individuelles Angebot, schreib mir gerne über mein Kontaktformular, per Mail oder via Instagram.
Und falls du dich lieber selbst an einem solchen Projekt versuchen möchtest und diesen Beitrag als Inspiration nutzt, dann schick mir gerne Fotos vom Ergebnis!



